TV.Nik: Kindergartenplatz so gut wie sicher

Hurrah!!! Jackpot!!!

Laut Mail von heute früh stehen wir nun »auf Platz 1 der Warteliste für den Antrag zur Aufnahmeprüfung in den ›Interessentenpool Kinderbetreuung‹ unserer Einrichtung«.

Na also, geht doch! Ein Riesenschritt vorwärts, dabei hatte ich bereits alle Hoffnung aufgegeben, unserem Sohn doch noch vor seinem zehnten Lebensjahr einen Kindergartenplatz sichern zu können.

Weiß gar nicht, was die Leute alle haben. Anträge bei Geburt — so ein Käse. Glück, Spucke und genügend Sitzfleisch, dann wuppt das schon. Und überhaupt: Die 384 Familien vor uns haben die gleichen Bedingungen; wen das stört, der muss ja nicht mitmachen, so einfach ist das…

Ich freu mich so, Ihr glaubt es nicht.


InterfaceFirst: Hüstel


Fehn.TV: Exklusiv-Nutzung trifft Creative Commons. Biss in Schwanz, Division durch Null?

Creative Commons gilt ja in für gewöhnlich ungut informierten Kreisen als DAS Allheilmittel gegen Urheberrechts- und Lizenzierungswehwehchen. Für jeden Fall eine Lizenz, mach’s wie Du es haben willst und all der andere supergute Megascheiß.

Soweitsogutsoderbstcreative.

Hier dann aber doch mal eine kniffelige Aufgabe für die mitlesende Juristenschar: Ich werde beauftragt, für eine Website exklusiven Content zu erstellen. Es wird also verlangt (und darf erwartet werden), dass besagter Content ausschließlich auf der Website des Auftraggebers veröffentlicht wird.

Ich darf den Content nicht privat zweitverwerten, ich darf ihn nicht anderen Webseiten anbieten (ganz gleich ob entgeltlich oder unentgeltlich), ich darf damit eigentlich gar nichts mehr machen — die Verwertungsrechte liegen ja exklusiv bei meinem Vertragspartner.

Nun veröffentlicht mein Vertragspartner den Content jedoch unter einer »by-nc-nd« Creative Commons Lizenz, die es ausdrücklich jedermann erlaubt,

das Werk [zu] vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich [zu] machen,

solange bestimmte Bedingungen wie Namensnenung usw. erfüllt sind.

Frage: Wie sieht es jetzt mit der Einhaltung der Exklusivität aus?

Muss ich mich daran halten; werde ich also aus der Lizenzierung ausgeschlossen, oder bin ich nicht mehr an die Exklusivitäts-Klausel gebunden, weil die Lizenzierung die Bestimmung in meinem Vertrag ad absurdum führt und damit bricht?

Weiter, weiter »


InterfaceFirst: iPhone Developer Program — Warten auf Apples Gnade

Nervkram. Wir warten nun seit über einem Monat auf irgendeine Antwort von Apple. Seit beinahe sechs Jahren im OS X-Geschäft, Select Memership, Premium Apps, aber fürs iPhone hinten anstehen und bittebitte-betteln müssen.

Weiß zufällig jemand, wie lange das noch dauern kann? Kennt überhaupt jemand jemanden, der sich erfolgreich angemeldet hat? Gibt es also schon deutsche Entwickler im iPhone Dev Programm? Wen haben die bestochen, was haben die getan, wie kamen die da hinein?

Ich will endlich loslegen.
Außerdem sehnt sich die mobile Welt nach meinen Hammergames und Spitzentools!


Genau: Kinderpornos, Linkspoofing, Razzien und ganz supertolle Spitzenideen

Im Lawblog wird gerade meine These vom Internet als Fühlkino bestätigt. Udo Vetter postet einen einzelnen Absatz »aus einer Ermittlungsakte«, stellt ein paar Reizwörter daneben und hofft auf Resonanz:

Herr S. steht im dringenden Tatverdacht, am 18.01.2006 auf die Datei 1116916/PTN.rar.html auf der Seite rapidshare.de zum Zwecke des Herunterladens zugegriffen zu haben. Im Original handelt es sich dabei um einen Film mit kinderpornografischem Inhalt, der jedoch zuvor vom LKA BW gegen Daten ohne Kinderpornografie ausgetauscht wurde.

lawblog vom 18.11.2008 | Die Razzia ist nur einen Klick entfernt

Ein voller und einschlagender Erfolg: 111 Kommentare zählt die Party mittlerweile, und wir lesen die üblichen Aufreger vom Überwachungsstaat, Schon-immer-gewusst, Auf-mich-hört-ja-keiner und Alle-sind-in-Gefahr. Zudem dürfen wir uns an mittlerweile wohl websalonfähigen Typoschöpfungen wie »SSchäuble« ergötzen.

An platten URL-Beispielen wird dann gezeigt, wie leicht man Opfer falscher Linksetzung werden kann, und die Sysadmin-Fraktion wirft Javascript und Kaffeesatz in den verschlüsselten Raum.

Einige ganz und gar pfiffige Aktivisten plädieren im Zuge dieser »Auseinandersetzung« gar für die völlige Freischaltung von kinderpornopgrafischem Material zum Zwecke der privaten Spurensuche. Wenn man gegen Kinderpornos ist, dann sollte man sich das angucken dürfen, um es danach der Polizei zu melden und so.

Genau. Verein zur Feststellung kinderpornografischer Umtriebe e.V. sucht noch Beweismaterial. Bitte melden bei unter16@garnichtsogemeint.de, wir suchen Bilder und Videos, Hautfarbe egal.

Und was steht eigentlich in besagtem Absatz? Worüber wird sich so dermaßen aufgeregt? Dass jemand im TatVERDACHT steht, eine Datei mit kinderpornografischem Inhalt heruntergeladen zu haben.

Das ist alles.

Wir erfahren weder, ob dies die einzige Datei war, die Herr S. heruntergeladen haben soll, noch, ob dieser Tatverdacht ausschlaggebend für eine Hausdurchsuchung war. Wir erfahren ja noch nicht einmal, ob die Wohnung des Herrn S. tatsächlich durchsucht wurde, und ob dies (wie im Artikel vage angedeutet) seine »berufliche und private Existenz in Scherben« gelegt hat.

Vielleicht handelt es es sich bei dem ganzen Trara lediglich um ein »Weiterdenken« des Herrn Vetter — Tatverdacht = mögliche Hausdurchsuchung.

Aber Fragen stellt man entweder keine oder später, und beantworten muss man diese auch nicht. Fühlen sich schließlich alle bestätigt und pudelwohl in ihrer aufständischen Protestlerhaut.

»Tock-tock-tock«, sagte das Datenpaket im VPN-Tunnel und lauschte still dem Echo.


Ich wollte nichts mehr schreiben, ich wollte nichts mehr schreiben, ich wollte nichts mehr schreiben…


Fehn.TV: Fühlkino 0.9b

Das Web ist Huxleys Fühlkino. Ich saß gestern vorm Fernseher (höhö) und guckte ein paar aufgebrachten Studenten zu, wie sie sich von Jubelpersern verprügeln ließen. Da wurde mir das klar: Das Web ist Huxleys Fühlkino.

Und dies ist mein letztes Posting für ganz ganz lange Zeit.

Wenn uns heute irgendwas nicht passt, dann tippen wir das in unsere Weblogs oder kommentieren irgendwelche Artikel und Forenbeiträge. Ein Blogautor mit 40 Comments/Schnitt fühlt sich beachtet, wahrgenommen und meint, eine Auseinandersetzung zu führen.

Tatsächlich beschäftigt er sich mit Geistern.

Die Energie, die wir ins Bloggen und Kommentieren stecken, wäre offline für die gleichen Anliegen viel besser aufgehoben. Doch dafür fehlt uns die Zeit und auch irgendwie der Ansprechpartner.

An wen soll ich mich denn wenden mit meiner Idee einer besseren Energieversorgung? Wen soll ich für die Scheiße auf den Gehwegen anpinkeln? Wo kann ich wegen Guantanamo Dampf ablassen, und welcher Fußgänger interessiert sich für die Hintern der 9live-Kulissen? Nachts um kurz vor zwölf, nach fünf Pils und einem Döner.

Google weiß keine Antworten, Wikipedia ist dicht, also schreib ich’s mal fix auf. Veröffentlicht, korrigiriert, abgehakt, nächstes Thema, hach was bin ich bewegt und engagiert. Vielleicht liefere ich nachher noch einen Text zu dem Bettler vor der Haustür. Der tut mir leid. Und nervt.

Das tolle am Web ist auch, dass es selbst unermüdlich Themen liefert, wir uns also viel und oft und ständig mit ihm beschäftigen können. Standards, Updates, Zugänge, Sperrungen, Regeln, Freiheiten. Linktipps zu Lösungsvorschlägen für Onlineprobleme. Das ist wie Wegweiser zu Plakatwänden mit der Straßenverkehrsordnung. Nicht. Es ist eher wie Zeitungsheadlines mit Informationen zu Redaktionssystemen. Fernsehnachrichten über Bluescreens und Bücher über zukünftige Druckverfahren.

Und schon mal in einer Einkaufspassage gestanden und »WIKIPEDIA IST SEIT GESTERN NICHT MEHR ERREICHBAR« gerufen? Oder »NEUES WORDPRESS UPDATE VERFÜGBAR!!!«

Kam der Notarzt?

Wir haben komplett verlernt, uns politisch zu engagieren. Außer als Castorgegner, Mehrverdienenwoller, Onlineaktivisten und tagebuchschreibende Tagebuchkommentierer. Für uns ist alles gleich: Neuer Film, neuer Präsident, neue Oberweiten, neue Gesetze, neue Pickelcreme, neues Land, neues Handy. Dazwischen Werbepause für Softskills. Dazwischen Sammelklagen wegen Copyright und anderen US-Importen.

Wir sind die Dümmsten der Dummen, glücklich gefangen in der selbst gewählten Unterdrückung. Wir spielen den Diskurs und proben nicht mal mehr den Aufstand.

Es ist absolut perfekt; so perfekt, dass sich kein Diktator, keine Staatsmacht das je hätte ausdenken können — wir mussten uns das selbst zufügen.

Und kräftig Beifall klatschen.


Dieser Beitrag ist selbstverständlich ein Paradoxon. Auf Links zu einigen Topblogs wurde bewusst verzichtet.


UnterDruck: Das eigentlich traurige an Obamas Wahlsieg

Dass sowas bei uns undenkbar wäre. Hautfarbe, Herkunft, Nachname… wir sind so geil Mittelalter.


Genau: Dick Chenyes Mikrowelle


Foto: Aim and shoot!

Lars Jensen fragt in der FAZ:

Man steht in diesem Zimmer und spürt die psychopathische Beschränktheit des Dick Cheney. Eine Mikrowelle! Wie soll man einem Multimillionär trauen, der eine Mikrowelle für seine Suite verlangt?

Tja, wie bloß? Scheinbar gar nicht. Alles andere ist unverdächtig, aber die Mikrowelle — uh-oh. Psychopathisch. Beschränkt.

Ist denn gar nichts über seinen Musikgeschmack bekannt? Die Farbe seiner Unterhose? Irgendein Comicheft, das er in jungen Jahren mit Penisbildchen beschmiert hat? Tunkt er Chicorée in Sahnesauce? Schmiert er Margarine unter sein Nutella? Bumst er bei Licht?

Auch egal, er ordert schließlich eine Mikrowelle in die Suite OMFGZ!!!

Was soll man eigentlich von einem Juristen halten, der für die GQ schreibt?

(via)


PS: Ich hasse Mikrowellen, und weder besitze noch benutze ich welche.


Fehn.TV: selbständig{HomeOffice} &[Kind:A]@Tagesmutter =doesNot[compute]


Foto: steveleggat

Ich arbeite zu Hause. An drei Vormittagen die Woche. Immer, wenn mein ältester Sohn bei der Tagesmutter ist. Falls er bei der Tagesmutter ist. Falls nicht irgendwas dazwischenkommt, von ihrer Seite.

Urlaub oder so.
Krankheiten.
Heimspielniederlagen des HSV.
Schlechte Laune.

»Das ist unfair«, ruft meine Freundin aus dem Nebenzimmer und hat Recht. Total unfair. Unser Sohn ist seit Mai in Tagespflege, und bislang sind erst zwei, öhm, drei… vier… sechs Wochen ausgefallen. Erst sechs Wochen. Wegen Krankheit. Oder Urlaub. Noch nie wegen schlechter Laune.

Ich hab echt die Schnauze voll, und zwar gestrichen wie Kunstdruckpapier.

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Genau: Halloween-Scheiße

Nuff said.