Bayrischer Innenminister Herrmann verhöhnt Opfer von Kindesmisbrauch

Vergleicht Kinderpornografie mit Drogenkonsum und Videospielen

In einer letzte Woche erschienenen Presseerklärung vergleicht der Bayrische Innenminister Joachim Herrman die »schädlichen Auswirkungen« von Kinderpronografie mit denen aus Drogenkonsum und sogenannten »Killerspielen«.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Kleine Kinder, gefoltert, vergewaltigt, abgefilmt und oftmals zerschunden liegen und sterben gelassen — für den Bayrischen Innenminister ist das nicht viel schlimmer als die Folgen aus Haschkonsum und einer vermeindlichen Videospielsucht.

Angesichts solch offen zutage tretenden Zynismus fordere ich erneut den sofortigen Rücktritt Joachim Herrmanns von allen Ämtern, sowie eine öffentliche, mindestens ebenso medienwirksam inszenierte Entschuldigung bei allen Opfern von Kindesmisbrauch und deren Angehörigen.

Ein Minister, dessen Hauptzuständigkeit die Verbrechensbekämpfung ist, und der in dieser Art jedwedes Fingerspitzengefühl vermissen lässt und vor allem jedweden Blick für die Relationen verloren hat, ist keinen Augenblick mehr länger tragbar.

Joachim Herrmann ist zudem beileibe kein unbekannter auf dem Gebiet der widerlichen Herunterspielung von Straftatbeständen. Vor gut einem halben Jahr hat er in einem Interview mit der Wochenzeitung »Die Zeit« bereits die Leugnung des Holocaust aufs übelste relativiert, indem er sie mit der Herstellung von Unterhaltungssoftware für Erwachsene verglich.

Neonazis und Spielehersteller, Kinderpornos und Drogenkonsum — für den Bayrischen Innenminister ein und dasselbe. Zeit für Konsequenzen.

Kommentare 2

  1. Ben :

    “Kleine Kinder, gefoltert, vergewaltigt, abgefilmt und oftmals zerschunden liegen und sterben gelassen”

    Hmmm, begibst Du Dich damit sprachlich nicht auch auf eine Ebene die man dringend vermeiden sollte? Teil der Kritik ist doch, dass Kindesmissbrauch zusehens als probates Mittel gilt, die eigene Argumentation emotional aufzuladen und den Gegner als (zumindest stillen) Befürworter dastehen zu lassen. Ich glaube nicht dass es besonders zuträglich ist wenn man mit ähnlichen Methoden kontert und das Thema noch weiter instrumentalisiert, damit tut man Opfern auch keinen Gefallen.

    Verfasst am 07. Apr 2009 gegen 13:26
  2. m.fehn :

    Ne, ne, ne. Es IST das, was ich schreibe. Ich bin der Meinung, dass man das auch mal so schreiben MUSS, damit klar ist, womit hier argumentiert wird.

    Verfasst am 07. Apr 2009 gegen 16:11

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