Die irrwitzige Idee von angeblich mündigen Sportlern bei der Olympiade in Peking (Repost)

Gleich vorweg: Ganz schlimm, das mit Tibet.

OK, das wäre vom Tisch. Nun ein paar Gedankensplitter.

Wenn wir unseren Sportlern sagen, dass sie bei Olympia selbstverständlich alles sagen dürfen, was sie wollen, bezieht sich das dann nur auf Dinge, von denen sie keine Ahnung haben, oder dürfen sie auch auf Misstände in unserem eigenen Land hinweisen?

Dürfen sie sich also grundsätzlich politisch äußern? Dürften sie »Merkel raus« fordern oder »Weg mit Hartz IV«? Dürften sie Bändchen verteilen mit der Aufschrift »in Hamburg sterben Menschen in Polizeigewahrsam«?

Was ist mit jemandem, der die Sache da in Tibet gar nicht so schlimm findet? Ist ein Shirt mit »Fuck Tibet« oder »Der Dalai Lama labert Kacke« OK?

Wie würden die Medien darüber berichten? Würden sie überhaupt darüber berichten?

Ist es nicht vielmehr so, dass es den mündigen Sportler nur in einer politisch korrekten Ausführung geben darf? In einer gleichgeschalteten Ausführung. Einer Ausführung, die geprägt ist vom Druck der westlichen Öffentlichkeit, basierend auf Informationen von Journalisten, die nach eigenem Bekunden überhaupt nicht wissen, was los ist, weil sie ja ÜBERHAUPT KEINEN ZUGANG haben.

Und warum wollen die Sportler ihren Mund nur aufmachen, wenn sie keine Konsequenzen befürchten müssen? Ist das nicht etwas… inkonsequent? Hey, ich bin dagegen, aber nur, wenn ich das auch darf.

MÖÖÖÖÖÖHP!!!

Und wie soll das überhaupt ablaufen?

»Hallo, hier spricht Knut Blöd aus Peking, wir melden uns vom Finallauf der Männer über 110 Meter Hürden. Heinrich Tinkebie, zwei Fragen: Wie fühlt es sich an, so ein Finallauf, und was sagen Sie zu Tibet, den Menschenrechten und dem ganzen Rest?«

»Ja, ist natürlich ein überwältigendes Ereignis. Trotz der ganzen Doping-Sperren, also, mich betrifft das ja nicht, hehe. Super-Feeling hier, die Menschen, das Publikum, die Landschaft, ganz große Klasse.«

»Gut, und Tibet und die Menschenrech…«

»Ja, Tibet, also, ganz schlimm, ich möchte, ich hab hier auch T-Shirt an, das tragen alle deutschen Athleten, damit bringen wir unsere Solidarität mit… mit den Tibetern, den Mönchen zum Ausdruck, denn Mönchen… Mönschenrechte… also Menschenrechte, ja das ist mir wie war die Frage?«

Die Frage war, wieso irgendein blöder Sportler im Fernsehen oder Radio seine bekackte, vorformulierte Meinung, die wir alle bereits kennen, zum besten geben sollte.

Das ist die Frage.

Und jaja, ganz schlimm, das mit Tibet.
Dass die Chinesen aber auch so doof sind, derart kurz vor den Spielen ein ganzes Volk zu unterdrücken…


Und, was war jetzt mit Tibet und den Sportlerprotesten? Ein angesäuerter Sprinter, der Jamaika doof fand…

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