Fehn.TV: Wieso ich heute nicht wählen gehe #btw09

nichtwähler

Ich hatte hier bis eben einen Beitrag von 1.400 Worten Länge stehen. Polemisch, teilweise ganz lustig (wie ich fand), etwas unscharf hier und da, leicht konfus. Ich hab ihn gelöscht und bringe es auf einen einzigen Punkt, der, so kristallisiert sich das zumindest heraus, für mich am schwersten wiegt.

Wenn wir davon ausgehen, dass eine Wahl mündige Bürger braucht, dann brauchen diese Bürger verlässliche Aussagen und Informationen. Sowohl von den Parteien als auch von den Medien.

Das ist nicht gegeben.

Es ist völlig irrelevant, was eine Partei in ihr Wahlprogramm schreibt, was ihr Spitzenkandidat (oder sonstwer) wo auch immer behauptet oder ankündigt — am Ende der Regierungsbildung muss nichts davon eingehalten oder umgesetzt werden. Ganz im Gegenteil ist es völlig legitim unter dem Mantel der Gegebenheiten (vorgefundene oder plötzlich heraufgezogene) das exakte Gegenteil von dem zu machen, was vorher propagiert wurde.

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Fehn.TV: Confessions of a School Shooter, ca. 1986


Foto: »allez les bleus« von Songkran

Ich war 14 oder 15, so genau weiß ich das nicht mehr. 1986/87, achte oder neunte Klasse, Max-Planck-Schule in Rüsselsheim.

Ein Freund (Björn Renner, yo, ) und ich hatten aus unerklärlichen Gründen Interesse an Französisch als dritter Fremdsprache und belegten einen freiwilligen Nachmittagskurs. Vielleicht Dienstags, ich weiß es nicht, jedenfalls ab 14.00 Uhr (oder so). Auch egal.

Der Lehrer, ein gewisser Herr Weinheimer, war so ziemlich das unfähigste Stück Pädagoge, das man sich vorstellen kann. Er saß hinter seinem Pult und spulte sein Programm ab, manchmal mit unbeabsichtigtem Witz, oftmals mit peinlicher Lächerlichkeit. Wir lachten ihn aus, er lachte mit, so war das.

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Fehn.TV: Wahlplakate der SPD in Rostock


InterfaceFirst: Ulysses 2.0 Public Beta

Ulysses 2.0 Public Beta Console Mode Fullscreen Writing

Yo. Wir veranstalten derzeit drüben bei (noch) blue-tec einen lustigen Betatest namens Ulysses 2.0 — es sind alle ganz herzlich eingeladen, Voraussetzung sind lediglich ein Mac, OS X 10.5 und ein bisschen Spaß am schreiben oder meckern. ;)

Jaja, Werbung.


Genau: Bayrischer Innenminister Herrmann verhöhnt Opfer von Kindesmisbrauch

Vergleicht Kinderpornografie mit Drogenkonsum und Videospielen

In einer letzte Woche erschienenen Presseerklärung vergleicht der Bayrische Innenminister Joachim Herrman die »schädlichen Auswirkungen« von Kinderpronografie mit denen aus Drogenkonsum und sogenannten »Killerspielen«.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Kleine Kinder, gefoltert, vergewaltigt, abgefilmt und oftmals zerschunden liegen und sterben gelassen — für den Bayrischen Innenminister ist das nicht viel schlimmer als die Folgen aus Haschkonsum und einer vermeindlichen Videospielsucht.

Angesichts solch offen zutage tretenden Zynismus fordere ich erneut den sofortigen Rücktritt Joachim Herrmanns von allen Ämtern, sowie eine öffentliche, mindestens ebenso medienwirksam inszenierte Entschuldigung bei allen Opfern von Kindesmisbrauch und deren Angehörigen.

Ein Minister, dessen Hauptzuständigkeit die Verbrechensbekämpfung ist, und der in dieser Art jedwedes Fingerspitzengefühl vermissen lässt und vor allem jedweden Blick für die Relationen verloren hat, ist keinen Augenblick mehr länger tragbar.

Joachim Herrmann ist zudem beileibe kein unbekannter auf dem Gebiet der widerlichen Herunterspielung von Straftatbeständen. Vor gut einem halben Jahr hat er in einem Interview mit der Wochenzeitung »Die Zeit« bereits die Leugnung des Holocaust aufs übelste relativiert, indem er sie mit der Herstellung von Unterhaltungssoftware für Erwachsene verglich.

Neonazis und Spielehersteller, Kinderpornos und Drogenkonsum — für den Bayrischen Innenminister ein und dasselbe. Zeit für Konsequenzen.


Fehn.TV: Cigarettes Shrink Dicks

Habe mir gestern ein paar TED-Talks angeguckt, u.a. David Carsons »Design, discovery and humor« aus dem Jahre 2003. Sehr empfehlenswert, einige sehr schöne Gedanken, Ideen und Sachen dabei.

Unter anderem zeigt er darin ein Poster für eine Anti-Rauch-Kampagne. Fand ich witzig, hab ich gesucht, gefunden, wollte ich kurz loswerden.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.


Genau: Aufruf zum Telekom-Kunden Boykott

Ich rufe hiermit alle und jeden auf, ab sofort und auf unbestimmte Zeit die Kunden der Deutschen Telekom zu boykottieren. Ja, die Kunden. Anrufe abweisen, auflegen, selbst nicht anrufen, Nummern blocken — all sowas.

Jaja, eigentlich müssten DIESE ihren Telefon- bzw. Internetanbieter boykottieren, indem sie ihre Verträge kündigen, aber dazu sind sie ja ganz offenbar nicht bereit. Zu faul, das iPhone ist so toll, »die Bahn spitzelt doch auch, was soll’s« usw.

Im Gegensatz zu LIDL-Einkäufen oder Bahnreisen betreffen die Aktivitäten der Telekom-Kunden jedoch auch all diejenigen, die mit dem Laden nichts zu tun haben oder gar haben wollen. Telefonverbindungen, Mailkontatkte etc. sind immer mindestens zweiseitg, und Verbindungsdaten machen keinen Halt vor der Konkurrenz.

Um sich als nicht-Telekom-Kunde also wirksam vor den Bespitzelungen (um den Begriff der »Stasi-Methoden« zu vermeiden, huch) des »rosa Riesen« und/oder der Weitergabe seiner Daten zu schützen, müssen die Kontakte mit den Kunden abgebrochen werden.

Wie gesagt: Abweisen, auflegen, selbst nicht anrufen, Nummern blocken — all sowas.

»Aber, aber… wie soll das gehen? Woher weiß ich, wer Telekom-Kunde ist und wer nicht?«

Ganz einfach, nachfragen: »Bist Du Kunde der Deutschen Telekom? Ja/nein?«

Ist die Antwort positiv, wird direkt boykottiert. Auflegen, Nummer blocken, danach das direkte Gespräch suchen, am besten offline. Im Café, im Park, in der Sauna, im Bett. Schreibt einen Brief, hängt Zettel auf, wasweißich.

Ist die Antwort negativ — glauben, gratulieren, nicht nachfragen, auch bei Verdacht auf eine mehr oder weniger spontane Notlüge. VERTRAUEN! Wer seinen Telefonanbieter vor Freunden und Bekannten verleugnet, hat schon genug Probleme und vielleicht sogar bereits erkannt, dass er sich mit Leuten eingelassen hat, die zu widerlich zum offen verteidigen sind.

Ziel der Aktion ist es, die Telekom-Kunden zu isolieren, sodass sie sich nur noch untereinander anrufen und gefährden können.


TV.Nik: Papa, warum hast Du eben alle Uhren vorgestellt?

»Uuhm… *gähn* da fragst Du am besten mal Mama


Genau: Yesss!!! Renault Twingo gewonnen!

Hurrah!

Ich habe soeben einen Anruf bekommen, von einem netten Herrn, der lediglich etwas gestelzt (dafür aber sehr deutlich) sprach. Mir wurde klipp und klar gesagt, dass ich einen Renault Twingo gewonnen hätte oder alternativ einen Barpreis in Höhe von 10.000 Euro.

Ja!!! Entweder einen Renault Twingo oder einen Barpreis in Höhe von 10.000 Euro!!!

Er meinte sogar: »Ja. Das haben Sie. Richtig. Verstanden.«

Jetzt muss ich nur noch eine Telefonnummer anrufen, um meine Daten durchzugeben, weil die mir sonst den Gewinn nicht zustellen können. Ist ja klar und logisch und selbstverständlich. Zum Glück gab mir der nette Herr seine Telefonnummer, und zum weiteren Glück hat er sie dreimal wiederholt (ich war auch echt zu aufgeregt):

09001 0099 91

Ich freu mich so, ich bin ganz aus dem Häuschen. Nach all diesen Fake-Gewinnen, bei denen es immer heißt, man habe die Möglichkeit (zwinkerzwinker), irgendetwas tolles zu bekommen usw., jetzt endlich mal ein echter, garantierter Gewinn — der Jackpot sozusagen!

10.000 Euro! Oder ein Renault Twingo! Wie soll ich mich bloß entscheiden? Ich muss da ja auch schnell zurückrufen, sonst verfällt der Gewinn.

Ich freu mich so, ich bin ganz aus dem… hach, sorry.


Fehn.TV: Re: Amok für den Don (und andere Trottel)

Möchte aus gegebenem Anlass auf zwei wahllos und zwei weniger wahllos herausgepickte Fälle von Amokläufen aus der näheren Vergangenheit hinweisen. Zwei Männer, die mit Samuraischwertern um sich schlugen; zwei Männer, die mit Schusswaffen zugange waren.

03.04.2005 — Ein Tamile stürmt eine Kirche in Stuttgart. Eine Tote, mehrere Schwerverletzte, dauerhafte Einweisung in Psychiatrie.

15.09.2003 — Ein junger Mann richtet in einem Versandhaus in Pforzheim ein Blutbad an. Eine Tote, mehrere Schwerverletzte, lebenslänglich.

27.10.2001 — Ein Mann stürmt das Zuger Kantonsparlament (CH), tötet 14 Politiker und schließlich sich selbst.

19.02.1997 — Ein Neonazi schießt mit einer Pumpgun auf einen Buchhändler und tötet während des Fluchtversuches einen Polizisten. Lebenslänglich.

Ach, scheiß drauf, nehmen wir als Grenzerfahrung auch noch Reichenhall 1999, damit die Hirnlosen was zum Korinthenkacken haben.

Den Chinesen aus dem Greyhound-Bus lassen wir einfach mal nicht gelten, der wurde ja auch freigesprochen. Darum kein Link.

Außerdem möchte ich auf einen Bericht der Kriminalistisch-Kriminologischen Forschungsstelle des LKA Nordrhein-Westfalen aufmerksam machen. Dieser stammt aus dem Jahre 2007 und beschäftigt sich mit »Amoktaten – Forschungsüberblick unter besonderer Beachtung jugendlicher Täter im schulischen Kontext«.

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